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Beiträge

Vernissage der Ausstellung zum Nationalsozialismus

04. Februar 2026/in Außerhalb des Unterrichts

Mit Musik von Wolfgang Gerbig, einem Impuls des Bürgermeisters Fondy-Langela und Ansprachen der MGM-Lehrer wurde heute die Ausstellung „Nationalsozialismus in Müllheim“ in einer eindrucksvollen Gedenkstunde eröffnet. Die Ausstellung, die bis zum 10.02.2026 bei uns auf der Empore auch für die Öffentlichkeit gezeigt wird, zeigt auf 18 von MGM-SchülerInnen ausgearbeiteten Tafeln ganz lokale Geschehnisse der grausamen Nazi-Zeit. Sie mahnt jede und jeden von uns, die Erinnerung an den Holocaust, also an den versuchten Völkermord mit über 6 Millionen gezielt ermordeter Menschen, zu bewahren – und das gerade auch in einer Zeit, in der viele Menschen nicht klaren Abstand davon nehmen, Parteien mit NeoNazi-Nähe zu wählen. Es ist wichtig, zu erkennen, dass Toleranz, Miteinander und Menschenrechte Güter sind, die so viel mehr wert sind, als man gemeinhin meint, und die aufs Spiel zu setzen viel zu riskant ist – auch im Ländle!

 

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2026/02/PXL_20260204_091442913.jpg 563 1000 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2026-02-04 20:00:562026-04-15 09:34:02Vernissage der Ausstellung zum Nationalsozialismus

„Nie wieder!“ – Zum Auschwitz-Gedenktag

26. Januar 2026/in Mitteilungen

Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dieser Tag erinnert uns an eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte und an das unermessliche Leid von Millionen von Menschen, die verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.

Der Auschwitz-Überlebende und Schriftsteller Primo Levi mahnte eindringlich:
„Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen.“
Dieses Zitat macht deutlich, dass Erinnerung nicht bei der Vergangenheit stehen bleiben darf. Sie ist eine Aufgabe für die Gegenwart und die Zukunft.

Gerade heute, in einer Zeit, in der Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung wieder zunehmen, ist es wichtiger denn je, wachsam zu sein und Haltung zu zeigen. Die Geschichte lehrt uns, wohin Gleichgültigkeit, Wegsehen und Schweigen führen können.

Dass diese Auseinandersetzung auch für euch SchülerInnen von großer Bedeutung ist, zeigt die Arbeit von Yannek (Klasse 9a), der sich im Rahmen einer GFS intensiv mit der Frage „Was war Auschwitz und wie entstand es?“ beschäftigt hat. Auf die Frage nach seiner Motivation sagt er:

„Das Thema Zweiter Weltkrieg und insbesondere Auschwitz hat mich schon immer sehr interessiert. Ich hatte schon vieles darüber gehört, konnte mir jedoch die Kriegsverbrechen nie richtig vorstellen. Daher habe ich mich entschieden, dieses Thema in meiner GFS zu wählen.“

Zur Bedeutung des Gedenktages am 27. Januar betont Yannek außerdem:

„Meiner Meinung nach ist es wichtig, den Gedenktag an die Opfer des NS-Regimes jedes Jahr am 27. Januar zu begehen, da im Zweiten Weltkrieg so viele Menschen und vor allem Juden auf die brutalste Art und Weise von den SS-Leuten getötet wurden. Außerdem ist der Gedenktag sehr wichtig, da die Ereignisse, die im Zweiten Weltkrieg geschehen sind, auf keinen Fall in Vergessenheit geraten dürfen.“

Als Schulgemeinschaft tragen wir dabei eine besondere Verantwortung. Schule ist ein Ort des Lernens, des Miteinanders und der Wertevermittlung. Erinnerungskultur lebt davon, Geschichte nicht abstrakt zu betrachten, sondern sie greifbar und erfahrbar zu machen – auch im lokalen Kontext.

In diesem Zusammenhang freuen wir uns, dass vom 4. bis 11. Februar die von OberstufenschülerInnen des Markgräfler Gymnasiums Müllheim (MGM) gestaltete Ausstellung „Müllheim im Nationalsozialismus“ bei uns am KGN zu Gast sein wird.

Der Auschwitz-Gedenktag mahnt uns, dass „Nie wieder“ kein leeres Versprechen sein darf, sondern ein gemeinsamer Auftrag. Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass Ausgrenzung und Gewalt keinen Platz haben – durch Aufmerksamkeit, Zivilcourage und Mitmenschlichkeit im Alltag.

Lasst uns diesen Gedenktag und die begleitende Ausstellung als Anlass nutzen, innezuhalten, zu erinnern und unsere Verantwortung ernst zu nehmen – heute und jeden Tag.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2026/01/niewieder.png 430 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2026-01-26 09:10:162026-01-26 09:10:53„Nie wieder!“ – Zum Auschwitz-Gedenktag

Prag im Winterzauber – Eine unvergessliche Studienfahrt

22. Januar 2026/in Außerhalb des Unterrichts

Vom 11. bis zum 16. Januar tauschten 34 SchülerInnen der Kursstufe 1 das Klassenzimmer gegen die historischen Gassen von Prag. Begleitet von den Lehrerinnen Sarah Gerspacher, Anne Trepte und Edith Naghiu, tauchte die Gruppe tief in die reiche Kultur und die bewegte Geschichte unserer tschechischen Nachbarn ein.

Ein frostiger Empfang und geschichtliche Tiefe
Gleich zu Beginn bewies die Gruppe echte Widerstandsfähigkeit: Die erste Stadtführung fand bei klirrenden -14 Grad statt! Doch der strahlende Sonnenschein und die beeindruckende Kulisse der Prager Altstadt ließen die Kälte schnell in den Hintergrund rücken.

Neben der Schönheit der Stadt standen auch die dunklen Kapitel der Geschichte im Fokus. Bei Besuchen in Theresienstadt und Lidice setzten sich die SchülerInnen intensiv mit dem Holocaust und den Verbrechen der Nationalsozialisten in Tschechien auseinander.

Vielfalt und Ausblick
Das jüdische Erbe Prags wurde zudem durch die Besichtigung verschiedener Synagogen im jüdischen Viertel greifbar. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Prager Burg, die majestätisch über der Moldau thront und einen weiten Blick über die Dächer der Stadt bot.

Trotz der eisigen Temperaturen war die Stimmung in der Gruppe hervorragend. Diese gemeinsamen Erlebnisse sind ein wichtiger Teil unseres Schullebens am KGN, da sie das Miteinander stärken und die im Unterricht behandelten Themen auf ganz persönliche Weise lebendig werden lassen.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2026/01/prag-header.jpeg 430 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2026-01-22 08:34:202026-01-22 08:34:20Prag im Winterzauber – Eine unvergessliche Studienfahrt

Weihnachtszauber im Elsass: KGN-Tours besucht den Colmarer Weihnachtsmarkt

09. Dezember 2025/in Arbeitsgemeinschaften

Am 28. November machte sich eine Reisegruppe vom Kreisgymnasium Neuenburg auf den Weg ins benachbarte Elsass, um die vorweihnachtliche Stimmung in Colmar zu genießen. Der dortige Weihnachtsmarkt gilt zurecht als einer der größten und schönsten der gesamten Region und verwandelt die ohnehin schon sehenswerte Altstadt alljährlich in einen echten Besuchermagneten. Die malerische Kulisse der Fachwerkhäuser bot den Teilnehmern dabei den idealen Rahmen für einen stimmungsvollen Aufenthalt.

Hinter dieser Fahrt stand das bundesweit einmalige Schulprojekt „KGN-Tours“, bei dem Schülerinnen und Schüler des Kreisgymnasiums die Organisation und Begleitung von Tagesfahrten zu attraktiven Zielen in der Umgebung übernehmen. Dass dieses Projekt mehr ist als nur eine bloße Reisevermittlung, zeigte sich bereits während der Anreise.

Die Schülerinnen der KGN-Tours-AG nutzten die Zeit im Bus, um die Mitreisenden kompetent auf den Besuch einzustimmen. Sie versorgten die Gäste nicht nur mit praktischen Tipps und Details für den Marktbesuch, sondern vermittelten auch viel Wissenswertes aus der Geschichte und Gegenwart der Stadt und der Region. So wurde die Busfahrt durch die informativen Beiträge der Schülerinnen zu einer kurzweiligen Einstimmung auf einen gelungenen Tag in Colmar.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/12/colmar-header.jpg 430 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2025-12-09 06:42:392025-12-09 06:42:39Weihnachtszauber im Elsass: KGN-Tours besucht den Colmarer Weihnachtsmarkt

Ausstellung über Widerstandskämpfer Julius Leber am KGN

06. November 2025/in Außerhalb des Unterrichts, Mitteilungen, Veranstaltung

Freiheit und Demokratie sind keine Selbstläufer – sie müssen immer wieder neu verteidigt werden. Gerade in unserer Zeit ist es wichtig, an jene Menschen zu erinnern, die im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte den Mut hatten, Widerstand zu leisten.

Vom 5. bis 7. November ist am Kreisgymnasium Neuenburg eine zweisprachige Ausstellung (deutsch/französisch) über das Leben und Wirken des deutsch-elsässischen Widerstandskämpfers Julius Leber zu sehen. Sie lädt Schülerinnen und Schüler ebenso wie interessierte Gäste dazu ein, sich mit einem Mann auseinanderzusetzen, der unbeirrbar für Freiheit, Gerechtigkeit und ein friedliches Europa eintrat.

Schon früh stellte sich Julius Leber gegen die Machtergreifung Hitlers. Bereits 1930 wurde er von SA-Schergen mit dem Tod bedroht. Trotz wiederholter Gefängnis- und KZ-Aufenthalte blieb sein Wille zum Widerstand ungebrochen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten – darunter Claus Schenk Graf von Stauffenberg – arbeitete er am Sturz des NS-Regimes. Noch vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Julius Leber verhaftet, vom berüchtigten „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und wenige Monate vor Kriegsende hingerichtet.

Seine enge Verbundenheit mit seiner elsässischen Heimat blieb zeitlebens bestehen. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er die badische Staatsangehörigkeit an, setzte sich jedoch früh für ein geeintes Europa ohne Grenzen ein – eine Vision, die heute aktueller denn je erscheint.

Die Ausstellung erinnert an Julius Lebers Mut und Haltung – und daran, dass Freiheit und Demokratie Werte sind, für die es sich immer zu engagieren lohnt.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/11/ausstellung.jpeg 430 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2025-11-06 14:22:132025-11-06 14:22:13Ausstellung über Widerstandskämpfer Julius Leber am KGN

Selbst erstellte App zur Rhein- und Stadtgeschichte

14. Mai 2022/in Presse, Unterricht

Live von der Landesgartenschau gab es vor ein paar Tagen einen kleinen Blick zurück auf ein tolles Projekt im Vorlauf der LGS 2022: Im letzten Jahr hat der Geschichts-Leistungskurs zusammen mit der PH Freiburg Wisseninseln im Rahmen der App „Future History“ erstellt. Diese App (https://www.neuenburg2022.de/infos/wissensinseln) können sich Besucher der Landesgartenschau herunterladen und auf Spaziergängen interkativ etwas zur Geschichte Neuenburgs erfahren. Die Schülerinnen und Schüler des Geschichts-LKs haben bei der Erstellung des Rundgangs mitgewirkt und zahlreiche Texte eingesprochen.

Am Freitag wurde einer der (ehemaligen) Schüler des Kurses auf der Landesgartenschau in Neuenburg dazu vom Sender „France Bleu Alsace“ auf Elsässisch kurz interviewt. Das Anhören lohnt sich allein schon wegen des schönen Elsässisch des Reporters :-)

https://www.francebleu.fr/emissions/circuit-bleu-rhin-un-nuss/elsass/landesgartenschau-2022-neuenburg-am-rhein

Philipp Herbers

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2022/05/Bild1-e1652643748874.png 577 1000 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2022-05-14 21:26:422022-05-15 21:47:19Selbst erstellte App zur Rhein- und Stadtgeschichte

Der LK Geschichte (KS1) zu Besuch im Haus der Geschichte

29. Juli 2021/in Außerhalb des Unterrichts

Am Ende eines Schuljahres, in dem wir viele Einschränkungen erfahren mussten, ging für den Leistungskurs Geschichte noch einen Wunsch in Erfüllt: Der Besuch im Haus der Geschichte des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart. Hier konnten wir auf 200 Jahre Landesgeschichte zurückblicken und diese mit den im Laufe des Schuljahres durchgenommenen Inhalten verknüpfen. Beginnend mit dem Reichdeputationshauptschluss, über die Zeit des Vormärz und der 48er Revolution, konnten wir die Einbindung des Südwestens in den Nationalstaat nachvollziehen. Besonders beeindruckend waren die multimedialen Darstellungen der zwei Weltkriege, aber auch die detaillierte und anschauliche Ausstellung zur RAF im Südwesten.

Sehr interessant gestaltet waren auch die Sonderausstellungen. „Gier, Liebe und Hass“ – das sind die Themen der neuen Sonderausstellung, deren erster Teil sich mit der Gier befasst. So erfuhren wir über Verbrechen in der Kolonialzeit, finanzielle Betrügerei, aber auch was die Gier nach Aufmerksamkeit und Likes in sozialen Netzwerken mit uns macht. Auch die Sonderausstellung zum Thema Stauffenberg konnte der Kurs besuchen und so mehr über die kontrovers diskutierte Person des Hitler-Attentäters erfahren.

Am Ende konnten wir noch mit einem Burger und einem Orangen-Basilikum-Durstlöscher auf die gelungene Exkursion anstoßen und dabei die Eindrücke des Erlebten austauschen.

Marlon Tritschler, KS1

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2021/07/ges-lk-stuttgart_003-header.jpg 430 1280 KGN (Kal) https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png KGN (Kal)2021-07-29 15:56:592021-07-29 15:56:59Der LK Geschichte (KS1) zu Besuch im Haus der Geschichte

Binationales Kunstprojekt zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges

30. November 2018/in Unterricht

Klasse 9b und eine Klasse aus Mulhouse gestalten am Hartmannwiller Kopf ein Kunstprojekt zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges. 

„Es sind Momente der größten Aufregung, die Franzosen werfen ebenfalls Handgranaten in Massen, (…) Wie lange dieser Nahkampf dauert, ist mir unmöglich zu sagen, es schien uns, als wolle er gar kein Ende nehmen.“
(Franz Blumenfeld, 11.5.1915)

Mit solchen Auszügen aus Briefen von Soldaten im Kopf, die monatelang eingeschlossen waren, besuchten wir, die 9b, gemeinsam mit einer Klasse vom Collège Kennedy an einem sonnigen Tag das Schlachtfeld am Hartmannsweiler Kopf. Während wir an dem Massengrab vorbei, durch die noch gut erhaltenen Schützengräben krochen, versuchten wir uns die Lage der Soldaten von damals zu vergegenwärtigen. An manchen Stellen dieses grausamen Ortes scheint die Zeit eingefroren zu sein: Reste von Eisenpfählen ragen aus der Erde hervor, alter Stacheldraht liegt herum. Der zerstörte Wald ist wieder gewachsen und die Vegetation hat den Platz wieder eingenommen. Und durch dieses Gestrüpp hindurch versuche ich, in mir ein Gefühl wach zu rufen vom Schmerz, den Qualen, die hier erlitten wurden.

Kunstprojekt Deutsch-Französische Freundschaft

„Je t‘écris pour te dire que je ne reviendrai pas de la guerre. S‘il te plaît, ne pleure pas, sois forte. Le dernier assaud m‘a coûté mon pied gauche et ma blessure s‘est infectée. Quand cette lettre te parviendra, je serai peut-être déjà mort. …“
(„Ich schreibe dir, um dir zu sagen, dass ich aus diesem Krieg nicht zurückkehren werde. Bitte, weine nicht, sei stark. Der letzte Angriff hat mir den linken Fuß gekostet und die Wunde hat sich infiziert. Wenn dich dieser Brief erreicht, werde ich vielleicht schon tot sein.“,
Charles Guinant, 18.3.1916).

Es ist schwer, sich diese Bilder vom Schrecken in Erinnerung zu rufen, denn der Ort ist schön, man hat eine herrliche Aussicht, bis hinüber zu den Alpen bei diesem Wetter. Und wir albern herum. Mit den Franzosen ist es schwierig, ins Gespräch zu kommen, im Bus wurden wir zwangsweise nebeneinander gesetzt.

„Le silence se prolonge. Je parle, il faut que je parle: Camarade, je ne voulais pas te tuer. Je ne le ferais plus, à condition que toi aussi, tu sois raisonnable.“
(Die Stille hält an. Ich spreche, ich muss sprechen: Kamerad, ich wollte dich nicht töten, ich würde es nicht nochmal machen, unter der Bedingung, dass du auch vernünftig bist .“, aus: „A l‘Ouest rien de nouveau“, Erich Maria Remarque).

Kunstprojekt Deutsch-Französische Freundschaft

Im Bus müssen wir etwas sagen, doch sie reden so schnell untereinander Französisch. „Ich glaube, sie haben uns gerade beleidigt! C‘est incroyable! Ces connards!“ Herr Herbers versteht sich immerhin gut mit den französischen Kollegen und findet die soziale Zusammensetzung der französischen Klasse ganz interessant.

„Eines drückt mich von Tag zu Tag. Ich fürchte mich so vor der inneren Verrohung. Wenn du mir eine kugelsichere Weste wünschst, so ist das lieb von dir, aber merkwürdigerweise hab‘ ich gar keine Angst vor allen Kugeln und Granaten, sondern nur vor dieser inneren Vereinsamung. Ich fürchte, meinen Glauben an die Menschen zu verlieren, an mich selbst, an alles Gute in der Welt! … das ist viel schwerer als den unglaublich rohen Ton zu ertragen, der zwischen den Leuten hier herrscht.“ (Franz Blumenfeld, 14.10.1914)

Wir müssen jetzt zusammenarbeiten dans des groupes franco-allemands. Ah, non! Aber es geht, plötzlich läuft es, wir haben Ideen… drei Streetart-Künstler aus Paris und Berlin unterstützen uns. Die sind cool. Sie zeigen uns, wie man mit der Spraydose umgeht, und Bilder in mehreren Schichten anlegt. Wir denken nach über den Frieden, den Krieg, das Elend, die Hoffnung und die Freiheit, und merken gar nicht, wie frei wir dabei sind. Es entstehen ein paar interessante Motive und Landschaften. Noch zwei Male treffen wir uns am KGN und sprühen im Innenhof.

Und dann, am 9. November, ist die große Vernissage oben in dem neuen Museum am Hartmannsweiler Kopf. Macron erscheint leider nicht. Aber wir halten eine gute Rede. Frau Calderon lobt uns. Wir sind froh. Auf dem Rückweg, sitzen wir wieder mit unseren französischen Partnern im Bus, diesmal nicht nebeneinander, klar getrennt, wir hinten mit unserer Musik und die vorne. Niemand denkt mehr an die Kriegsweihnacht von 1917, die von deutschen und französischen Soldaten auch da oben am Hartmannsweiler Kopf gemeinsam gefeiert wurde. Für einen Moment lang ruhten die Waffen. Es war still im Wald. Ab und zu hörte man ein paar Männer lachen. Ein Lachen. Dann wieder Stille.

Unsere gemeinsamen Bilder werden nun durch halb Frankreich reisen und ausgestellt, und dann kommen sie nach Deutschland, hoffentlich auch zurück an unsere Schule, wo sie entstanden sind. „Vive la relation franco-allemande! C‘était sympa!“

  • Dossier der Ausstellung (PDF)
  • Erläuterungen zu den einzelnen Bildern (PDF)

Kunstprojekt Deutsch-Französische Freundschaft

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2018/11/hartmannswiller-kopf-2018-header.jpeg 431 1296 KGN (Kal) https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png KGN (Kal)2018-11-30 07:50:512018-12-23 21:50:40Binationales Kunstprojekt zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges

Felix – Eine jüdische Odyssee

06. Mai 2014/in Außerhalb des Unterrichts

Am 02. April 2014 hat der Zeitzeuge Felix Rottberger seine Flucht vor den Nationalsozialisten geschildert. Der Titel des Vortrags lautete: »Felix – Eine jüdische Odyssee«. Organisiert wurde dieser Abend vom Kiwanis Club.

Besucht wurde der Vortrag von den Schülern der Klassen 9 und 10 sowie von interessierten Eltern, Verwandten und Bürgern Neuenburgs.

Vier Schüler der Klasse 9b (Robin Grether, Paul Richter, Jonathan Schrag und Antonia Tomamichel) haben einen Bericht zu dem von Felix Rottberger Geschilderten geschrieben.

* * *

Der Jude Felix Rottberger wurde am 16. September 1936 in Berlin geboren, der Ausgangspunkt für eine unglaubliche Geschichte.

Begonnen hat die Odyssee der Familie bereits im Jahr 1935, als der Vater in „Schutzhaft“ genommen wurde, weil er sich über die Hitlerjugend, die sein Geschäft zerstört hatte, beschweren wollte. Daraufhin musste die Familie schleunigst das Land verlassen und floh 1936 nach Island, da für die dortige Einreise kein Visum verlangt wurde. 1938 floh seine Familie weiter nach Dänemark, wo sie eine Aufenthaltserlaubnis erhielten.

Als 1942 die Wannseekonferenz in Berlin stattfand, begann eine ungefähr einjährige Flucht.Denn es wurde beschlossen auch Juden außerhalb von Deutschland in den von den Nazis besetzten Ländern auszurotten.

Im Oktober 1943 wurde von den Dänen eine Rettungsaktion organisiert, in der 6500 Juden in das nahe Nachbarland Schweden geschleust wurden. Die Eltern von Felix Rottberger wollten diese Chance nutzen und mit ihren vier Kindern fliehen. Da die Kontaktperson die Fahrt mit Kindern zu heikel hielt, sollten die vier Kinder nachkommen. Das fand jedoch nie statt.

Also kamen die vier Kinder in ein Kinderheim. Dort mussten sie sich oft vor Durchsuchungen von Soldaten verstecken. Einmal entdeckte ein Soldat Rottbergers Schwester versteckt im Heu, da der Kinderhof eigentlich ein Bauernhof war. Der Soldat steckte sie zurück in ihr Versteck und sagte, so eine wie sie habe er in Hamburg auch, er verriet sie nicht. Mit den Worten Rottbergers: „… so eine Art Schlüsselerlebnis.“

Als 1945 der Krieg zu Ende war, hörten Rottbergers Eltern im Radio, dass Dänemark auch die letzten Besatzer verlassen hätten. Die Eltern fanden die Kinder und führten ihr gemeinsames Leben in Dänemark fort. In dieser Zeit bekam Felix Rottbergers Vater keine Unterstützung von den Dänen. Not macht bekanntlicherweise erfinderisch, also baute sich der Vater einen Lederwarenbetrieb auf. Neben dem Umstand, dass der Vater trotz der schrecklichen Erlebnisse den Wunsch hatte, in sein Heimatland zurückzukehren, spielten wirtschaftliche Gründe eine wichtige Rolle: Das Geschäft des Vaters war für einen dänischen Fabrikanten ein Dorn im Auge, weshalb dieser seine Beziehung zum Premierminister Dänemarks spielen ließ.

Weil sie aus klimatischen Gründen in die südlichste Stadt Deutschlands ziehen wollten, gingen die Rottbergers nach Konstanz. Dort wurden sie gar nicht gut empfangen und mussten sich in einem Wasserturm einquartieren. Mittlerweile hat sich die Familie um weitere drei Kinder vergrößert, sodass sie neun Personen waren. Als der Winter überstanden war, stellten die Konstanzer den Rottbergers eine Dreizimmerwohnung und später ein weiteres Zimmer, das als Schlafraum, diente zur Verfügung. Da ein Zimmer für den Lederwarenbetrieb benötigt wurde, war das Leben in den eigenen vier Wänden sehr beengt.

Felix Rottberger machte Karriere und lebte seit 1966 mit seiner Frau und seinen Kindern in Freiburg. Hier hatte ihm die Jüdische Gemeinde Südbaden eine Stelle als Gemeindediener und Verwalter von 29 jüdischen Friedhöfen angeboten. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung aus, wobei er auch noch heute Führungen anbietet. Zudem hält er an Schule Vorträge, wie beispielsweise am heutigen Tag an unserem Gymnasium.

Öfters wurde ihm die Frage gestellt: „Warum bist du nach Deutschland zurückgekehrt?“ Felix Rottberger antwortet darauf: „Dann wäre ja Hitlers Wunsch eines judenfreien Deutschland in Erfüllung gegangen.“

Danke für einen unvergesslichen Abend.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png 0 0 KGN (Kal) https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png KGN (Kal)2014-05-06 21:53:352017-08-15 15:21:56Felix – Eine jüdische Odyssee

Exkursion der Klasse 6b nach Augusta Raurica

05. Mai 2013/in Unterricht

Im Amphitheater

Am Donnerstag, den 18.04.13, besuchten wir, die Klasse 6b, die Ruinen der Römerbauten in Augusta Raurica. Anfangs bereiteten wir uns mit Texten über die Römer und ihre Gewohnheiten auf den bevorstehenden Rundgang in der Römervilla vor. Wir teilten uns in Gruppen auf und setzten uns auf die Stufen des Amphitheaters. Wir erfuhren, dass das Theater um 200 n. Chr. gebaut worden war. Dort fanden zur Belustigung der Bewohner von Augusta Raurica Gladiatorenkämpfe und andere sportliche Aktivitäten statt.

Der Silberschatz

Vom Amphitheater gingen wir zum Museum und besichtigten den Silberschatz ehemaliger Offiziere. Fasziniert begutachteten wir Münzen, Schmuck, Silberbesteck und Knochenteile alter Römer, die über Jahrtausende erhalten geblieben sind.

Die Römervilla

Das Spannendste des Vormittags kam aber erst dann: Die Römervilla.
Jede Gruppe stellte einen der Räume vor. Es war spannend zu sehen, wie die Römer früher gelebt haben. Zum Beispiel hatten die Römer ihren Garten nicht außerhalb des Hauses, sondern in der Mitte der Villa.

Der Tempel auf dem Schönbühl

Über gewaltige Stufen kam man zu den Ruinen des Tempels auf dem Schönbühl. Dort bearbeiteten wir ein Arbeitsblatt zum Thema und lernten so nach und nach den Tempel kennen. In Tempeln opferte man Tiere für die Götter. Unter anderem dankte man den Göttern für die Spiele im Amphitheater.

In der Kloake

Nichts ahnend folgten wir unseren Lehrern Herrn Meißner und Frau Roth in die alte Abwasserkanalisation. Es stellte sich heraus, dass diese Kanalisation ein langer, enger Gang war, in dem man den Kopf einziehen musste. Ganz schön gruselig! Daraufhin folgte die erhoffte Pause in einem anderen Amphitheater, wo wir uns mit Römerspielen die Zeit vertrieben.

Der Brotbackworkshop

Nach der Pause machten wir uns auf zum Brotbackworkshop. Dort backten wir Brot wie die alten Römer. Eine nette Dame führte uns durch die Küche. Mit vereinten Kräften mahlten wir Mehl unter dem 200 kg schweren Mühlstein und vermischten es mit Wasser, Hefe und Salz. Nun wurde der Teig geknetet. Danach durfte jeder eine beliebige Form daraus formen. Anschließend schob jeder ein Brot in den alten, heißen Römerbackofen. Hmm! Das roch lecker! Allerdings war nun die Zeit in Kaiseraugst zu Ende. Der Bus erwartete uns schon. Müde von dem langen Tag stiegen wir in den Bus und fuhren zurück nach Neuenburg.

Bericht von Ruth Lämmle und Jana Renkert

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png 0 0 KGN (Kal) https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png KGN (Kal)2013-05-05 11:04:042017-08-15 15:18:12Exkursion der Klasse 6b nach Augusta Raurica

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