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Beiträge

Schüleraustausch zwischen Schwarzwald und Karibik – Lernen über Grenzen hinweg

22. Januar 2026/in Austausch

Vom 9. bis 19. Januar 2026 nahm eine Gruppe von 15 SchülerInnen des Kreisgymnasiums Neuenburg gemeinsam mit Frau Spengler, Frau Wax und Herrn Kalt an einem besonderen Schüleraustausch in Guadeloupe teil. Partner des Austauschs war das Lycée des Droits de l’Homme in Petit-Bourg. Das Projekt fand im Rahmen von Erasmus+ statt und brachte junge Menschen aus zwei sehr unterschiedlichen Regionen zusammen: dem tropischen Guadeloupe in der Karibik und der Oberrheinebene.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen kulturelle Begegnungen sowie ökologische Fragestellungen. Ziel war es, voneinander zu lernen und globale Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Themen wie lokale Umweltbedingungen, Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft, Umweltschutz sowie Naturkatastrophen spielten dabei eine zentrale Rolle. Während in Guadeloupe Hurrikans, Vulkanausbrüche und tropische Ökosysteme prägend sind, beschäftigen die SchülerInnen aus dem Schwarzwald unter anderem Hochwasser, Forstwirtschaft und der Schutz heimischer Wälder.

Das vielseitige Programm in Guadeloupe ermöglichte praxisnahes Lernen: In gemeinsamen Workshops tauschten sich die Jugendlichen über den Regenwald, die Mangroven und Pestizide in der Landwirtschaft aus. Eine Exkursion in den tropischen Regenwald des Parc National de la Guadeloupe machte die außergewöhnliche Biodiversität der Insel greifbar. Ein weiteres Highlight war die Wanderung auf den aktiven Vulkan La Souffrière, bei der Themen wie Plattentektonik, Vulkanismus und geothermische Prozesse unmittelbar erlebt werden konnten.

Exkursion zum Vulkan La Souffrière

Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch des geothermischen Kraftwerks in Bouillante. Dort kamen die SchülerInnen mit den Mitarbeitenden ins Gespräch und erhielten Einblicke in erneuerbare Energiegewinnung unter vulkanischen Bedingungen.Politische und gesellschaftliche Aspekte wurden bei einer Diskussion mit dem Bürgermeister von Pointe-à-Pitre thematisiert, unter anderem der umstrittene Einsatz von Pestiziden und dessen langfristige Folgen für Umwelt und Gesundheit. Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch des Museums Edgar Clerc, eine Erkundung der Mangroven sowie den Schulalltag an der Partnerschule. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Ausflug auf die Nachbarinsel Les Saintes.

Vorbereitung des Gesprächs mit dem Bürgermeister

Neben dem fachlichen Lernen standen die Ziele von Erasmus+ klar im Fokus: die Förderung interkultureller Kompetenz, die Stärkung des Umweltbewusstseins sowie die Weiterentwicklung der Fremdsprachenkenntnisse in Deutsch, Französisch und Englisch. Durch den intensiven Austausch im Alltag, in Gastfamilien und in der Schule konnten Vorurteile abgebaut und neue Perspektiven gewonnen werden. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie ein völlig neues Bild von diesem Teil Frankreichs gewonnen hätten und dass sie die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen vor Ort besonders beeindruckt habe.

Natürlich wurde die Reise auch kritisch reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die lange Flugreise und den damit verbundenen CO₂-Ausstoß. Die Gruppe setzte sich bewusst mit dieser Problematik auseinander und verglich den CO₂-Fußabdruck des Flugs mit dem anderer Emittenden wie z.B. großen Firmen oder sehr reichen Menschen. Sie wogten die nachhaltigen Bildungswirkungen des Austauschs wie die erlebten Eindrücke und Fachinhalte, die auch für das Abitur relevant sind, gegen den CO₂-Ausstoß ab und hinterfragten ihre Alltagsgewohnheiten. Gerade Orte wie Guadeloupe bieten einzigartige Erfahrungen, die in Europa nicht replizierbar sind, wie z.B. das tropische Klima mit seiner Vegetation oder auch das reiche kulturelle Mosaik eines Landes mit Kolonial- und Sklaverei-Geschichte.

Exkursion in ein Museum

Zudem stärkt ein solcher Austausch langfristig das Umweltbewusstsein. Wer ökologische Herausforderungen selbst gesehen, diskutiert und mit Menschen vor Ort reflektiert hat, entwickelt oft ein nachhaltigeres Handeln im eigenen Alltag. Der Austausch zeigte eindrucksvoll, dass globale Umweltprobleme nur gemeinsam und im internationalen Dialog verstanden und gelöst werden können.

Der Erasmus+-Austausch nach Guadeloupe war damit weit mehr als eine Reise: Für die SchülerInnen war er eine intensive Lern- und Lebenserfahrung, die kulturelle Offenheit, fachliches Wissen und persönliche Entwicklung gleichermaßen gefördert hat – und die bei allen Beteiligten noch lange nachwirken wird.

Erstes gemeinsames Picknick
https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2026/01/guadeloupe-header.jpeg 430 1280 KGN (Kal) https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png KGN (Kal)2026-01-22 15:20:482026-01-22 15:21:45Schüleraustausch zwischen Schwarzwald und Karibik – Lernen über Grenzen hinweg

Erasmus+: Erster Austausch mit rumänischer Partnerschule

02. November 2025/in Außerhalb des Unterrichts, Austausch

Im Oktober 2025 fand am Kreisgymnasium Neuenburg ein besonderes Ereignis statt: Erstmals konnte ein Schüleraustausch mit einer rumänischen Partnerschule realisiert werden. Möglich wurde diese neue internationale Verbindung durch die Mitgliedschaft des KGN im Erasmus+-Programm der Europäischen Union.
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern sowie begleitenden Lehrkräften reiste zunächst nach Rumänien, um dort das Leben an der Partnerschule und in den Gastfamilien kennenzulernen. Wenige Wochen später erfolgte der Gegenbesuch: Die rumänischen Gäste kamen ans KGN und erlebten den Schulalltag in Neuenburg.
Für beide Seiten war der Austausch eine bereichernde Erfahrung. Die Jugendlichen knüpften neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg und gewannen wertvolle Einblicke in eine andere Kultur.
Das KGN freut sich, mit diesem ersten erfolgreichen Durchgang eine neue Tradition etabliert zu haben und hofft auf eine langfristige Partnerschaft mit der rumänischen Schule.

 

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/11/RumaenienHeader.jpeg 430 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2025-11-02 10:51:462025-11-02 10:51:46Erasmus+: Erster Austausch mit rumänischer Partnerschule

Besuch aus Frankreich: Unsere Partnerschule aus Riedisheim zu Gast am KGN

08. April 2025/in Außerhalb des Unterrichts

Am 1. April gab es am KGN mal wieder Besuch unserer französischen Freunde: die „quatrième bilingue“ (also eine 8. Klasse, die bilingual deutsch lernt) der Schule in Riedisheim war zu Gast bei der Klasse 8b.

Die Schülerinnen und Schüler aus beiden Schulen verbrachten einen abwechslungsreichen und spannenden Tag miteinander: ob bei Spielen zum Kennenlernen, Partnerinterviews und Mini-Podcasts oder beim gemeinsamen Sport. Auch für das leibliche Wohl war natürlich gesorgt: Kuchen und Waffeln schmecken schließlich auf beiden Seiten des Rheins :-)

Wir freuen uns schon auf den Rückbesuch in Riedisheim am 5. Juni!

 

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/04/r1.jpg 434 1280 Jannik Bargen https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Jannik Bargen2025-04-08 09:04:592025-04-08 09:06:37Besuch aus Frankreich: Unsere Partnerschule aus Riedisheim zu Gast am KGN

Deutsch-Französischer Tag

22. Januar 2025/in Außerhalb des Unterrichts, Austausch

Der 22. Januar ist der Jahrestag der Unterzeichnung des Elysee-Vertrags und ein guter Tag, um an das ganz große Geschenk der Deutsch-Französischen Freundschaft zu denken. Die beiden Länder, zwischen denen wir heute so einfach mal zum Einkaufen hin und her fahren, waren lange verfeindet und haben etliche grausame Kriege geführt – zuletzt war Frankreich im zweiten Weltkrieg vom nationalsozialistischen Deutschen Reich angegriffen und weitgehend besetzt worden. Dass die Führungen der beiden Länder nichteinmal 10 Jahre nach diesem Krieg einen Vertrag unterzeichnen, der unter anderem durch wechselseitiges Sprachenlernen die Freundschaft der beiden Länder zum Ziel hat, war ein großer Schritt – letztendlich auch zur europäischen Einheit.

Zum diesjährigen 22. Janur haben unsere beiden Deutsch-Französischen SchülerbotschafterInnen Franziska und Ioen eine besondere Unterschriftenaktion initiiert: Ihr könnt auf langen Stoffbändern unterschreiben, wenn auch ihr dankbar für diese Länderfreundschaft und die offene Grenze seid. Die Bänder werden dann an einen Kranz geflochten, der am 09. Februar in Bantzenheim niedergelegt wird.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/02/elysee1.jpg 200 1000 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2025-01-22 17:43:392025-02-15 18:16:33Deutsch-Französischer Tag

Paris im Schatten der Erinnerung

01. Dezember 2024/in Arbeitsgemeinschaften, Außerhalb des Unterrichts, Austausch

Die Schülerinnen und Schüler der AG „Paris – ein Ort der Erinnerung“ waren im Rahmen des Erasmus-Programms zusammen mit einer Gruppe eines Lycee in Paris auf den Spuren der Shoah unterwegs. Eine schöne, aber zugleich eine bedrückende Fahrt. Hier könnt ihr Ausschnitte ihrer Berichte lesen.

Weiterlesen
https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2025/01/Screenshot-2025-01-19-194007.jpg 478 1148 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2024-12-01 19:40:352025-01-19 19:51:21Paris im Schatten der Erinnerung

Erasmusfahrt nach Madrid 2024

17. Mai 2024/in Außerhalb des Unterrichts, Austausch

Am letzten Tag der Fastnachtsferien war es endlich so weit. Wir waren alle sehr gespannt auf Madrid und supernervös, als wir uns am Flughafen in Basel einfanden und noch nicht wussten, wie es sein würde, das erste Mal in einer fremden Familie, bei Leuten, deren Sprache wir ja noch nicht so gut sprechen, in einer Stadt, in der wir uns verlieren könnten. Wir, das sind 17 SchülerInnen der 9. Klassen des Sprachenprofils am KGN Neuenburg.

Im Sinne des EU-Förderprogramms Erasmus+ stand bei uns dieses Jahr das Thema der Nachhaltigkeit im Vordergrund: es oblag uns zusammen mit unseren spanischen AustauschschülerInnen zu beobachten, inwieweit Madrid eine innovativ nachhaltige Stadt ist, v.a. in Bezug auf Sicherheit, Transportwesen, öffentliche Grün- und Erholungsflächen und Barrierefreiheit. In den Kulturstädten Segovia und Toledo, die wir an zwei Tagen besuchten, hatten wir den Auftrag festzustellen, in welcher Weise das Weltkulturerbe geschützt und in diesen relativ kleinen Städten mit dem Ansturm von Touristen umgegangen wird.

Neun SchülerInnen unserer Truppe waren in Familien untergebracht und wurden direkt bei Ankunft am Flughafen herzlich mit Willkommensschildern von den Eltern und ihren AustauschschülerInnen in Empfang genommen. Die restlichen sieben begaben sich nach einer kleinen Spritztour durch das sonntägliche Madrid mit ihren Lehrerinnen ins Hostal Madrid, welches wir mitten im Zentrum, bei der Puerta del Sol um die Ecke, gebucht hatten. Die Mädels hatten großes Glück: ein gigantisches Appartement mit Dachterrasse über der Altstadt Madrids, von wo aus sie schon am ersten Abend einiges in der Nachbarschaft zu entdecken hatten. 😊

Gleich am ersten Tag hatten wir volles Programm: am frühen Morgen besuchten wir als Erstes den Unterricht in unserer Austauschschule, einer katholischen Schule im vornehmen Retiro- Viertel, namens Colegio Sagrado Corazón. Auch am darauffolgenden Tag nahmen wir noch einmal am Schulleben teil und bekamen einen interessanten Einblick in das spanische Unterrichtssystem. In Interviews mit der Schülerschaft sollten wir demokratischen Strukturen, wie sie in der Schule gelebt werden, auf den Grund gehen. Die Schüler dort waren sehr offen und sprachen uns auch von sich aus an. Für uns war es so leichter, in Gespräche zu kommen, auch wenn man nicht in einer Gastfamilie war, und wir konnten alle unsere Sprachkenntnisse etwas erproben.

Bei einer Führung durch die Schule entdeckten wir eine ganz andere Schule, wie wir sie so gar nicht kennen: besonders beeindruckte uns die Aula mit einer tollen Bühne, die einem alten Kino oder Theater ähnelt, sowie die Kapelle, ein Ort der absoluten Ruhe, an den man sich jederzeit in den Pausen zurückziehen kann. Außerdem gibt es gesonderte Räume, in denen SchülerInnen mit einer Behinderung besonders gefördert werden können. Die Schule ist sehr groß und es werden dort Kinder ab der 1. Klasse beschult, und mehrere Kindergartengruppen sind ebenso integriert. Dadurch entsteht eine gefestigte familiäre Atmosphäre, in der sich alle kennen. Im Eingangsbereich der Schule fällt der Blick auf das Motto bzw. den Leitspruch der Schule, der in großen Lettern an der Wand steht: „Educar es amar“- „Lehren ist Lieben“. Später erfahren wir, dass dieser Leitspruch jedes zweite Jahr erneuert wird.

Im Anschluss an den Schulbesuch streiften wir bei herrlichem Wetter unter blühenden Mandelbäumen durch den nahegelegenen Retiro Park, einer der größten und schönsten Erholungsorte Madrids, in welchem wir die „Einheimischen“ bei unterschiedlichsten Freizeitbeschäftigungen beobachten konnten. Hier hatte man in der Tat nicht mehr das Gefühl, sich in einer Großstadt zu befinden. Wir sprachen mit den spanischen Austauschschülerinnen über ihre Freizeitbeschäftigungen und ihre Viertel. Ein paar wenige unter uns trauten sich sogar, so manchen Unbekannten zu interviewen, um mehr über ihre Beziehung zu diesem Park herauszufinden.

Nicht weit entfernt liegt das berühmte Museum Reina Sofia, dessen grandiosen Hintereingang für Gruppen wir erst finden musste.  Mit dem Blick nach oben gerichtet wirkte an diesem Ort alles unermesslich groß.  Am Eingang wurden wir über sogenannte whisperers von unserer Lehrerin auf die beeindruckende Dachterrasse geführt, um einen atemberaubenden Blick über die sonnige prachtvolle Stadt zu werfen, im Rücken den überdimensionalen Stier aus Bronze, das Ursymbol Spaniens.  Noch einmal atmeten wir die leichte Luft des Himmels über Madrid ein, bevor wir in dem engen, gläsernen Aufzug eine paar Etagen tiefer fuhren, beständig die Stimme Sra Calderóns im Ohr. Da traten wir vor das weltbekannte Gemälde „Guernica“, das Pablo Picasso während des spanischen Bürgerkriegs in seinem Pariser Exil für die dortige Weltausstallung gemalt hatte, als Protest gegen diesen mörderischen Krieg, in dem so viele Zivilisten ihr Leben ließen. Das Bild dokumentiert die Zerstörung der Stadt Guernica durch die deutsche Legion Condor, welche Hitler dem Diktator Franco zur Hilfe entsandt hatte. Das Bild spiegelt das Leid, die Zerstörung und den Grauen des Krieges und gilt als Mahnmal gegen Krieg schlechthin.

Am nächsten Tag waren wir an einem Ort, der nur einem ausgesuchten Publikum zugänglich ist, und uns dank unserer Verbindung zu unserem Colegio gegönnt war:  dem Convento de las Descalzas, einem Nonnenkloster des Santa Clara Ordens, welches zu seiner Zeit nur adligen Schwestern vorbestimmt war. Dank der vielen Geschenke dieser besticht das Innere des Klosters durch seine Reichtümer und Kunstgegenstände. Im Innern dieser Mauern taucht man jedoch ein in das damalige, abgeschlossene, stille Leben der Nonnen.

Im Anschluss daran ging es zum Museo del Prado, in dem wir uns dem Werk Francisco Goyas zu widmen hatten. Nachdem wir uns im Kreis seiner leichten, volkstümlichen Szenen eingebettet in verschiedenen Jahreszeiten gedreht und ein paar Geheimnisse in den Bildern entdeckt hatten, stiegen wir hinunter zu seiner Leyenda negra. Alt und taub, unter Verfolgungsängsten leidend, hatte der Maler sich zurückgezogen und diese dunklen Bilder an die Wände seiner Finca gemalt. Diese Bilder der Inquisition, des Hexensabbats sowie eines Saturns, der seine Söhne verschlingt, ließen uns etwas verstört zurück. Und mit diesem Grauen im Nacken, zog ein Teil von uns nach oben zu den höfischen Meninas von Velázquez, und eine andere Gruppe suchte das Paradies von Boticelli auf. Besonders in Erinnerung wird uns entweder die Maya von Goya bleiben oder sein letztes Bild, die „Lechera de Burdeos“.

Leider kam unsere Fahrradtour am Nachmittag hinunter zur Casa de Campo, vorbei am Königsplast und der Almudena-Kathedrale, über die älteste Brücke Madrids, entlang des Flusses Manzanares, nicht bei allen so gut an, obwohl man, zurückblickend auf die Skyline der Stadt, sehr gut den Kontrast zwischen dem reichen und ärmeren Stadtvierteln erkennen konnte.

Zwei wichtige Städte in der Nähe von Madrid durften wir nicht verfehlen: Toledo und Segovia. Vor allem Toledo strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Man hat in ihr das Gefühl, in der Zeit eingefroren zu sein. Sie ist sehr alt und hat eine sehr spannende Geschichte. Es gab eine Zeit, als in ihr drei Weltreligionen, das Judentum, Christentum und der Islam, friedlich nebeneinander lebten. Eine der ältesten Moscheen, knapp 900 Jahre alt, ist erhalten, zwei wunderbare Synagogen und viele Klöster und Kirchen. Wir wurden von einem sehr eloquenten Fremdenführer herumgeführt und von seinem Wissen geradezu erschlagen. Zu Wort kamen wir erst wieder auf dem Gelände der Moschee, wo es zu einem angeregten Religionsabtausch zwischen manchen SchülerInnen kam. Wie dem auch gewesen, bleiben uns die Spuren dieser verschiedenen Religionen und Kulturen gut in Erinnerung, und jeder von uns erkennt inzwischen den „mudejar“-Stil.

Auch Segovia ist eine interessante Stadt, in der unter anderem ein sehr gut erhaltenes Aquädukt aus römischer Zeit zu bewundern ist, das bis 1974 die Wasserversorgung der Stadt sicherte. Wir stiegen allerdings von der gegenüberliegenden Seite in die Stadt hinauf, den berühmten Alcázar vor Augen, über uns auf den Felsen thronend, welcher an das fantastische Schloss von Disney erinnert. Er diente nicht nur als Krönungssaal den katholischen Königen, sondern der Turm auch als Gefängnis für Adelige. In Segovia gibt es viele christliche Kirchen. Etwas abseits gelegen, am Fuße des bombastischen Alcázars, eher unscheinbar, liegt die Kirche Vera de la Cruz. Ihre Grundmauern stammen aus dem 11. Jahrhundert und sie ist von den Kirchen in Segovia eine der ältesten.  Im Inneren ihrer zwölfeckigen Grundmauern, auf einer Empore, entdeckten wir einen uralten Altar, an dem im Mittelalter wohl die Ritter des Templerordens zum Ritter geschlagen wurden, bevor sie zu ihren Kreuzzügen aufbrachen.

Wir alle sind froh, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Denn wir konnten alle unseren kulturellen Horizont erweitern, haben neue Freundschaften geknüpft und haben eine neue Lebensweise mit anderen Sitten, anderer Kulinarik, Musik und anderen Menschen kennengelernt. Auch die projektbezogene Arbeit bezüglich der Nachhaltigkeit zusammen mit unseren AustauschschülerInnen war sehr interessant und ermöglichte wertvolle Einblicke in das Leben vor Ort sowie gute Gespräche mit unseren AustauschschülerInnen.

Vielen Dank an unsere Lehrerinnen, die uns diesen Austausch ermöglicht haben und sehr viel Zeit und Nerven in die Organisation gesteckt haben. Nur so konnte diese Fahrt so reibungslos verlaufen.

 

Fabian Grillo

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2024/05/madrid24-scaled-e1715951333247.jpg 331 1000 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2024-05-17 15:10:072024-05-17 15:16:18Erasmusfahrt nach Madrid 2024

Erasmus-Projektfahrt nach Madrid 2023

21. Juni 2023/in Austausch, NICHT VERWENDEN – Aus dem Schulleben

Im Juni 2023 fand unser Aufenthalt in Spanien statt. Ganze neun Tage lang durften wir das Land kennenlernen, mit Spaniern zusammenleben, Erinnerungen fürs Leben schaffen, einiges über die Kultur der Iberischen Halbinsel erfahren und vor allem die Sprache praktizieren (la lengua más hermosa del mundo).

Es handelte sich um unsere Sprach- und Kultur- und Projektreise nach Madrid, gezeichnet von dem Aspekt der Weiterentwicklung projektartigen Lernens und gefördert von dem EU-Förderprogramm „Erasmus+“.

Was versteht man unter einer Sprach- und Kultur- und Projektreise?

Zum einen befanden wir uns auf einer Sprachreise. Ich verbinde damit das Bestellen der „Chocolate con Churros“ in Madrid oder das Gespräch mit María, einer Schülerin aus dem spanischen Schule, in der wir zu Gast waren. Die Interaktion mit Gleichaltrigen förderte nicht nur unseren Sprachhorizont, sondern auch unsere sozialen Kompetenzen. Die Schule befindet sich in Buitrago del Lozoya, ein schnuckeliges kleines Dorf nördlich von Madrid. Wir traten in Kontakt mit alteingesessenen Dorfbewohner*innen, die uns einen neuen, bisher unbekannten Lebensstil zeigten.

Zum anderen war es eine Kulturreise. Ich assoziiere mit diesem Begriff die Museumsführungen im Museo del Prado und Reina Sofía, bei denen wir uns mit der Kunst, als auch mit der Geschichte Spaniens ab dem 15. Jahrhundert beschäftigten. Zudem besichtigten wir das eindrucksvolle Toledo, auch Stadt der drei Kulturen genannt, da sich in dieser Christentum, Judentum und Islam begegneten, zum Teil in Harmonie zusammenlebten und sich voneinander inspirierten. In Toledo bewunderten wir außerdem das berühmte Gemälde „El entierro del conde de Orgaz“ von El Greco, das uns während der ganzen Reise begleitete, da sich ein Duplikat in dem riesigen Treppenhaus unseres Internates befand.

Und dann war es eine Projektreise: Wir lernten nachhaltig zu reisen und zu leben. Das erste, das mir hierbei in den Sinn kommt, ist unsere An- und Rückreise mit dem Zug. Dieses abenteuerliche Erlebnis behalte ich mir mein ganzes Leben lang in meinem Gedächtnis, denn es ließ mich auf eine bisher unbekannte Art und Weise reifen. Darüber hinaus verbrachten wir einen Vormittag in der Küche und neben den großartigen Rezepten, durften wir auch mehr über die Verarbeitung regionaler und saisonaler Lebensmittel erfahren. Der Aufenthalt in Spanien verstärkte unser aller Umweltbewusstsein und zeigte uns, wie wir die Welt in den unterschiedlichsten Bereichen zukunftsfähig gestalten können. Und in jedem Aspekt des Reisens und Lebens erprobten wir Arten des Lernens: Auf den Zugfahrten hatten wir deutlich mehr Zeit für Interviews mit den anderen Fahrgästen als geplant, wir testeten das Kooperieren mit den spanischen SchülerInnen – etwas wofür wir gerne mehr Zeit gehabt hätten und wir setzten das eigenständige Erarbeiten von Kulturgütern in Vergleich zu Führungen.

Alles in allem bin ich unglaublich dankbar für diese bleibende Erfahrung, die mein Leben bereichert hat. Ein herzliches Dankeschön an all die Lehrer*innen, die uns die Reise ermöglicht haben und sich weiterhin für solch wichtige Schulerfahrungen einsetzen. Ein herzliches Dankeschön auch an die europäische Union, die die ansonsten für manche viel zu teure Fahrt durch Förderung für alle möglich machte. Wir sind als Kurs zusammengewachsen, haben mit spanischen Freunden zusammengearbeitet und durften uns privat näher kennenlernen, und wir sind vielleicht auch in Europa ein klein wenig näher zusammen gewachsen. Fur mich persönlich waren es vor allem die kleinen Momente, die in meinem Herzen verewigt sind. Es sind Erlebnisse, die zu bedeutend sind, um sie in Worte zu fassen und die mich jederzeit in einen einzigartigen Abschnitt meines Lebens zurückversetzen.

¡Muchísimas gracias!

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2023/10/madrid.png 506 1366 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2023-06-21 22:23:582023-10-10 22:42:34Erasmus-Projektfahrt nach Madrid 2023

Erasmusfahrt nach Semur

17. Juni 2023/in Außerhalb des Unterrichts, Austausch

In einer Woche voller neuer Erfahrungen und wertvoller Begegnungen erlebten wir, eine Gruppe deutscher Schüler, einen
unvergesslichen Schüleraustausch in der Stadt Semur und ihrer Umgebung nahe Dijon. Nachdem unsere französischen Austauschpartner im Dezember letzten Jahres bei uns in Deutschland zu Besuch waren, war es nun endlich an der Zeit, ihre Heimat kennenzulernen. Der Schüleraustausch begann mit der herzlichen Begrüßung durch unsere Gastfamilien. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und fühlten uns sofort willkommen. Es war beeindruckend, wie schnell wir uns in unseren neuen Familien eingelebt haben und wie wir die französische Kultur hautnah erleben durften.

Ein Höhepunkt unseres Aufenthalts war zweifellos der Besuch der Schule in Semur. Gemeinsam mit unseren Austauschschülern durften wir den Schulalltag in Frankreich miterleben. Es war spannend zu sehen, wie sich der Unterrichtsstil und die Fächer von denen in Deutschland unterschieden. Wir hatten die Gelegenheit, unsere Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Freundschaften zu schließen.

Das gemeinsame Thema für dieses Treffen war das Vergleichen von Umweltschutz und Nachhaltigkeitszielen in Semur und Neuenburg. Über diese Themen wird von den Menschen in beiden Ländern sehr unterschiedlich gedacht. Aber man sieht, dass es in beiden Ländern viele Initiativen gibt. Und eine haben wir gemeinsam gemacht: Eine sehr denkwürdige Müllsammelaktion während unserer Wanderung durch Semur. Wir waren beeindruckt von der Schönheit der Natur und wollten unseren Teil dazu beitragen, sie zu erhalten. Gemeinsam mit unseren Austauschschülern sammelten wir den Müll entlang des Wanderwegs ein und setzten uns aktiv für den
Umweltschutz ein. Es war ermutigend zu sehen, wie wir als internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten und einen positiven Beitrag leisten konnten.

Ein weiteres Highlight war unser Ausflug in die nahegelegene Stadt Dijon, die für ihre Geschichte und ihre kulinarischen Köstlichkeiten bekannt ist. Gemeinsam mit unseren französischen Austauschschülern erkundeten wir die charmante Altstadt, bewunderten die architektonischen Meisterwerke und probierten lokale Spezialitäten. Es war eine einzigartige Gelegenheit, das französische Lebensgefühl hautnah zu erleben.

Der Schüleraustausch in Semur wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir haben nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessert und eine andere Kultur kennengelernt, sondern auch Freundschaften fürs Leben geschlossen. Die gegenseitige Gastfreundschaft und Offenheit haben uns gezeigt, wie wichtig der interkulturelle Austausch ist, um Verständnis und Respekt füreinander zu entwickeln. Wir möchten uns herzlich bei unseren Gastfamilien, der Schule in Semur und allen Organisatoren sowie dem Erasmus-Programm der Europäischen Union bedanken, die diesen unvergesslichen Austausch ermöglicht haben.

https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2023/10/semur.png 477 1366 Rainer Kügele https://kreisgymnasium-neuenburg.de/wp-content/uploads/2017/08/kgn-logo-website-v3-340px.png Rainer Kügele2023-06-17 22:21:552023-10-10 22:28:21Erasmusfahrt nach Semur

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