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Abiball 2018 am Kreisgymnasium Neuenburg

Der Abiball des Kreisgymnasium Neuenburgs am 7.Juli 2018 im Stadthaus war ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter bereitete der Sektempfang nicht nur eine prickelnde Erfrischung, sondern bot Möglichkeiten des Austausches und markierte den Anfang des Abends. Bei allen Gästen kam die Deko getreu nach dem Motto „Abikea – Lernst du noch oder lebst du schon?“ in blau und gelb gut an. Zum Beispiel sind die Blumen aus IKEA- Maßbändern zu erwähnen. Nach der Rede von Herrn Kaltenbacher und der Zeugnisübergabe wurden auch noch viele Preise und Lobe vergeben. Anschließend wurde das äußerst leckere Buffet mit zahlreichen Salaten und verschiedenen Hauptgerichten eröffnet. Unterdessen lief eine Diashow mit Bildern aus dem gesamten Schulleben.

Nun begann der unterhaltsame Teil des Abends, welcher durch die abwechslungsreichen Programmpunkte der Leistungskurse gekennzeichnet war. Der Kunstkurs fertigte ein wunderschönes Portrait ihrer Lehrerin live auf der Bühne an, der Französischkurs dichtete das Lied „Je ne parle pas français“ von Namika um, so dass ihr Werdegang mit ihrer Lehrerin Frau Fusco widergespiegelt wurde. Des Weiteren zeigte der Wirtschaftskurs ein amüsantes Video, in welchem die Eigenheiten ihres Lehrers Herr Kreutner überspitzt dargestellt wurden. Ebenfalls wurden musikalische Talente zum Besten gegeben. Den Abschluss bildete Herr Held mit einer Darbietung aus dem Musical „Les Misérables“, begleitet von Jessy Tieu am Klavier. Gegen Mitternacht neigte sich die Veranstaltung dem Ende zu. Der Abend stieß auf viel Lob, weshalb wir hoffen, dass er bei allen Gästen in guter Erinnerung bleibt.

Abijahrgang 2018

Für besonders herausragende Leistungen in den einzelnen Fächern konnten auch in diesem Jahr zahlreiche Preise überreicht werden:

Den „Mathias-von-Neuenburg-Preis“ der Stadt Neuenburg für die Schulbesten mit einem Abiturschnitt von 1,0 erhielten Katrin Mertes und Pauline Sauerborn mit den besten Wünschen und Grüßen der Stadt Neuenburg. Einen Schulpreis (Zertifikat und  einen Buchpreis-Gutschein) für einen Abiturschnitt zwischen 1,0 und 1,4 erhielten: Isabell Blechner, Eliana Feurer, Selina Hauser und Jessy Tieu. Ein Lob für einen Abiturschnitt zwischen 1,5 und 1,9 erhielten: Alisa Höferlin, Jonas Lang, Kassandra Lippe, Anna-Lena Heiny, Hanna Koepcke, Theresa Nafz und Maren Müller. In den Sprachen wurden folgende Fachpreise vergeben: Den Scheffelpreis für das Fach Deutsch bekam Katrin Mertes. Pauline Sauerborn und Eliana Feurer erhielten ebenfalls einen Fachpreis für herausragende Leistungen in Deutsch. Gleich 3 Preisträger wurden für einen Fachpreis im Fach Englisch ausgelobt: Isabell Blechner, Katrin Mertes und Pauline Sauerborn. Für ihre Leistungen im Fach Spanisch wurden Selina Hauser und Pauline Sauerborn und für Französisch Alisa Höferlin und Kassandra Lippe mit einem Fachpreis geehrt. Ein Zertifikat und Buch mit Widmung für Geographie ging an Julian Nesser; die Franz-Schnabel-Medaille für das Fach Geschichte an Alexander Riedel. Den Preis der Sparkasse Markgräflerland  für Geisteswissenschaften und Wirtschaft erhielt Selina Hauser. Katrin Mertes erhielt  den Ferry Porsche Preis für die beste Leistung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Einen weiteren Preis für besondere Leistungen in Mathematik durften Eliana Feurer und Maren Müller entgegennehmen.

Katrin Mertes konnte für herausragende Leistungen in Physik einen Buchpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und zusammen mit Hanna Koepcke und Jessy Tieu eine kostenlose einjährige Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft überreicht werden. Einen Biologiepreis erhielte Isabell Blechner. Der Abiturpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Katrin Mertes verliehen. Hanna Koepcke durfte sich über einen Preis des Verlags Spektrum der Wissenschaften freuen und Pauline Sauerborn über einen weiteren Fachpreis Chemie. Für außergewöhnliche Leistungen im künstlerischen Bereich wurden Annika Treß und Franziska Weiß mit dem Fachpreis Bildende Kunst gewürdigt. Für ihren vorbildlichen Einsatz bei SEVO (Schüler Ersthelfer vor Ort) bedankte sich Jürgen Kaltenbacher bei Toni Breuer, Preeti Frei, Anna Kaufmann, Kassandra Lippe, Alexander Riedel, Pauline Sauerborn, Franziska Weiß und Hannah Wiedemann  mit einem Buchgutschein und die Leiterin der SEVO-AG, Andrea Wolf mit einer Warnweste bei der alle Mitglieder des SEVO-Teams unterschrieben haben.

Das Abitur bestanden haben

Neuenburg: Tim Brändle, Ronja Fehrenbach, Katharina Franz,  Hanna Koepcke, Katrin Mertes, Maren Hermine Müller, Kathrin Pauer, Pauline Sauerborn, Parcival Cedric Schneider, Jessy Tieu, Annika Luise Treß, Kevin Zeller,

Steinenstadt: Isabell Blechner, Jonas Lang

Grißheim: Patrick Haug, Anna-Lena Heiny, Anna Kaufmann, Alisa Leibe, Louisa Stoye

Zienken: Julian Nesser, Preeti Marielle Frei

Auggen: Eliana Feurer,Sophie Franzenburg, Marc Leininger, Jonas Schütte, Sebastian Wördehoff

Müllheim: Franziska Milena Weiß, Theresa Nafz

Müllheim-Dattingen: Patrick Essiane Zame

Badenweiler-Sehringen: Toni-Björn Breuer

Buggingen: Hannah Wiedemann

Buggingen-Seefelden: Alexander Arved Riedel

Schliengen: Ahan Göttl, Selina Hauser

Liel: Maximilian Langelott

Bad Bellingen: Jana Annemarie Fuchs, Selina Helga Fuchs, Edgar Kunz, Kassandra Lippe

Rheinweiler: Alisa Höferlin, Dominik Wilhelm

Wozu Lektüren lesen? Scheffelpreis-Rede von Julien Feurer anlässlich des Abiballs 2017

Unser ehemaliger Schülersprecher und diesjähriger Träger des Scheffelpreises hielt beim Abiball 2017 eine Rede zur Frage, warum man im Deutschunterricht die vorgegebenen Lektüren liest – und bisweilen mit ihnen kämpft. Bei vielen Anwesenden stieß die Rede auf große positive Resonanz, so dass wir sie gerne hier veröffentlichen.

* * *

Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,
Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
Liebe Eltern und Gäste!

Ich möchte mich zunächst bei Frau Naghiu bedanken, die mich für diesen Preis vorgeschlagen hat und der ich es damit auch zu verdanken habe, jetzt diese Rede halten „zu dürfen“. Im Internet kann man im Zusammenhang mit der Scheffelpreisrede einige – ja fast schon – Hilferufe von Schülern finden, die Rat suchen, was man denn da jetzt reden soll. Der Preis zeichne doch eigentlich die vor allem ja schriftlichen Leistungen im Fach Deutsch aus und auf einmal solle man als Dank nicht schreiben, sondern eine Rede halten. Darauf sind wir doch überhaupt nicht vorbereitet worden!

Stattdessen lesen wir Kurzgeschichten, Gedichte und Lektüren, schreiben unendlich viele und viel zu lange Interpretationen über Textstellen wie diese aus einer unserer Pflichtlektüren „Dantons Tod“:

„Nein, höre! Die Leute sagen im Grab sei Ruhe und Grab und Ruhe seien eins.
Wenn das ist, lieg’ ich in deinem Schoß schon unter der Erde.
Du süßes Grab, deine Lippen sind Totenglocken,
deine Stimme ist mein Grabgeläute,
deine Brust mein Grabhügel
und dein Herz mein Sarg.“

Manche von uns Abiturienten werden sich jetzt denken „Zum Glück ist das vorbei“, „Zum Glück nie wieder ein Satz aus Agnes, Homo Faber oder eben Dantons Tod“.
Und unsere Helfer aus der KS1, die dieses Buch soweit ich weiß noch nicht gelesen haben, werden sich an dieser Stelle vielleicht fragen: „Muss man das Buch im Abi nehmen oder lässt sich das vermeiden?“

„deine Stimme ist mein Grabgeläute,
deine Brust mein Grabhügel“

Ich erspare uns allen jetzt eine ausführliche Interpretation, aber Sie werden sich gut vorstellen können, dass Textstellen wie diese oft eine verzweifelte Frage in unsere Köpfe gebracht hat: Die Frage nach dem Warum.

  • Warum schreibt der Georg so etwas?
  • Warum ist ihre Brust auf einmal sein Grabhügel?
  • Und überhaupt: Warum muss ich dieses Buch lesen?

Hätten wir in Deutsch doch besser Reden-halten geübt, dann wäre jedem von uns heute Abend ein bisschen mehr geholfen gewesen…

Wozu also ein Fach, in dem mir der Lehrer sagt, es gäbe kein richtig und falsch – ich aber laut der erhaltenden Note doch einiges offensichtlich nicht richtig gemacht habe… Anders als in Naturwissenschaften wie Chemie oder Mathe, wo es sich ganz eindeutig sagen lässt, ob meine Antwort richtig ist oder eben nicht.

Warum also das Fach Deutsch?

Weil sich das Leben, auf das die Schule uns vorbereiten will, nicht allein mit Mathematik lösen lässt.

  • Wenn wir Streit mit Freunden haben, dann ist das keine rein biologische Problematik, sondern eine, die Perspektivwechsel und Empathie von uns verlangt.
  • Wenn ein Donald Trump meint, ausschließlich für sein Land sorgen zu müssen und Klimaabkommen kündigen zu können, dann ist das keine mathematische Problematik, sondern eine, die Urteilsvermögen und Weitsicht von uns verlangt.
  • Wenn mehr und mehr Menschen und Parteien glauben, Fremdenhass, Rassismus und der Bau von Mauern sei die richtige Antwort auf flüchtende Menschen, die ihr Zuhause durch Krieg und Verfolgung verloren haben, dann ist das keine physikalische Problematik, sondern eine, die genaue Analyse und Differenzierung von uns verlangt.

Perspektivwechsel, Empathie, Urteilsvermögen, Analyse und Differenzierung…

Diese Schlagwörter werden sicher jeden von uns irgendwie doch an den Deutsch-Unterricht erinnern. Sich in Charaktere einfühlen, deren komplexes Verhalten und verwirrende Aussagen ganz genau zu analysieren, zu interpretieren und schließlich zu bewerten – damit haben wir uns die letzten 8 Jahre doch tatsächlich sehr, sehr ausführlich beschäftigt. Ich erinnere nochmal an:

„deine Stimme ist mein Grabgeläute,
deine Brust mein Grabhügel“

  • Wir haben erkannt, dass scheinbare Kleinigkeiten erhebliche Bedeutungen und Auswirkungen auf das Große und Ganze haben können.
  • Wir haben gelernt, Abstraktes, Metaphorisches und Symbolisches zu verstehen und auf alltägliche Basis herunter zu brechen.
  • Und wir haben erkannt, dass scheinbar einfache Wege, die von Protagonisten gewählt werden, oft nicht zu Ende gedacht sind und zum Scheitern führen.
    Scheinbar einfache Wege und Lösungen wie das Kündigen von Klimaabkommen, das Bauen von Mauern oder das Vertreiben von Flüchtlingen. Wege, die kurzfristig vielleicht eine „Lösung“ darstellen, langfristig jedoch wenig verbessern.

Daher geht es im Fach Deutsch insgesamt vielleicht weniger um den Inhalt, weniger darum, sich in 10 Jahren noch an den Handlungsverlauf unserer drei Pflichtlektüren zu erinnern, sondern vielmehr darum, diese Methodik von nun an anwenden zu können.

Arbeitsaufträge wie…

„Interpretieren Sie die Textstelle im Kontext der vorangegangen Handlung und vergleichen Sie das Selbstbild von George Danton und Walter Faber“

… werden uns in Zukunft wohl nicht mehr begegnen. Das Selbstbild und Weltbild der Protagonisten wird von nun an egal sein, wichtig hingegen wird das von uns.

Während wir Abiturienten heute wohl alle das letzte Mal an einem Ort versammelt sind und das Kapitel „Schule“ in unserem Leben endgültig seinen Schluss gefunden hat, beginnt gleichzeitig ein neues Kapitel, für das sich bei jeden einzelnen die Frage stellt, welchen Weg er oder sie wählt und wo wir einen Platz in der Welt der vielen Möglichkeiten außerhalb der Schule finden wollen.

  • Lasst uns dabei stets versuchen, nicht die scheinbar einfachen und gemütlichen Wege zu suchen, sondern die, die für uns und andere am besten sind.
  • Lasst uns versuchen, nicht dem zu folgen, was andere für richtig halten, sondern dem, was unserem Selbst- und Weltbild entspricht.
  • Und lasst uns dann in einigen Jahren zurückblicken und hoffentlich die Erkenntnis gewinnen, dass dieses zugänglichere Zitat aus Peter Stamms Agnes zutrifft:

„Glück malt man mit Punkten, Unglück mit Strichen.
Du musst, wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen.
Und dass es Glück war, wird man erst aus Distanz sehen.“