Schüleraustausch zwischen Schwarzwald und Karibik – Lernen über Grenzen hinweg
Vom 9. bis 19. Januar 2026 nahm eine Gruppe von 15 SchülerInnen des Kreisgymnasiums Neuenburg gemeinsam mit Frau Spengler, Frau Wax und Herrn Kalt an einem besonderen Schüleraustausch in Guadeloupe teil. Partner des Austauschs war das Lycée des Droits de l’Homme in Petit-Bourg. Das Projekt fand im Rahmen von Erasmus+ statt und brachte junge Menschen aus zwei sehr unterschiedlichen Regionen zusammen: dem tropischen Guadeloupe in der Karibik und der Oberrheinebene.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen kulturelle Begegnungen sowie ökologische Fragestellungen. Ziel war es, voneinander zu lernen und globale Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Themen wie lokale Umweltbedingungen, Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft, Umweltschutz sowie Naturkatastrophen spielten dabei eine zentrale Rolle. Während in Guadeloupe Hurrikans, Vulkanausbrüche und tropische Ökosysteme prägend sind, beschäftigen die SchülerInnen aus dem Schwarzwald unter anderem Hochwasser, Forstwirtschaft und der Schutz heimischer Wälder.
Das vielseitige Programm in Guadeloupe ermöglichte praxisnahes Lernen: In gemeinsamen Workshops tauschten sich die Jugendlichen über den Regenwald, die Mangroven und Pestizide in der Landwirtschaft aus. Eine Exkursion in den tropischen Regenwald des Parc National de la Guadeloupe machte die außergewöhnliche Biodiversität der Insel greifbar. Ein weiteres Highlight war die Wanderung auf den aktiven Vulkan La Souffrière, bei der Themen wie Plattentektonik, Vulkanismus und geothermische Prozesse unmittelbar erlebt werden konnten.

Exkursion zum Vulkan La Souffrière
Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch des geothermischen Kraftwerks in Bouillante. Dort kamen die SchülerInnen mit den Mitarbeitenden ins Gespräch und erhielten Einblicke in erneuerbare Energiegewinnung unter vulkanischen Bedingungen.Politische und gesellschaftliche Aspekte wurden bei einer Diskussion mit dem Bürgermeister von Pointe-à-Pitre thematisiert, unter anderem der umstrittene Einsatz von Pestiziden und dessen langfristige Folgen für Umwelt und Gesundheit. Ergänzt wurde das Programm durch den Besuch des Museums Edgar Clerc, eine Erkundung der Mangroven sowie den Schulalltag an der Partnerschule. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Ausflug auf die Nachbarinsel Les Saintes.

Vorbereitung des Gesprächs mit dem Bürgermeister
Neben dem fachlichen Lernen standen die Ziele von Erasmus+ klar im Fokus: die Förderung interkultureller Kompetenz, die Stärkung des Umweltbewusstseins sowie die Weiterentwicklung der Fremdsprachenkenntnisse in Deutsch, Französisch und Englisch. Durch den intensiven Austausch im Alltag, in Gastfamilien und in der Schule konnten Vorurteile abgebaut und neue Perspektiven gewonnen werden. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie ein völlig neues Bild von diesem Teil Frankreichs gewonnen hätten und dass sie die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen vor Ort besonders beeindruckt habe.
Natürlich wurde die Reise auch kritisch reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die lange Flugreise und den damit verbundenen CO₂-Ausstoß. Die Gruppe setzte sich bewusst mit dieser Problematik auseinander und verglich den CO₂-Fußabdruck des Flugs mit dem anderer Emittenden wie z.B. großen Firmen oder sehr reichen Menschen. Sie wogten die nachhaltigen Bildungswirkungen des Austauschs wie die erlebten Eindrücke und Fachinhalte, die auch für das Abitur relevant sind, gegen den CO₂-Ausstoß ab und hinterfragten ihre Alltagsgewohnheiten. Gerade Orte wie Guadeloupe bieten einzigartige Erfahrungen, die in Europa nicht replizierbar sind, wie z.B. das tropische Klima mit seiner Vegetation oder auch das reiche kulturelle Mosaik eines Landes mit Kolonial- und Sklaverei-Geschichte.

Exkursion in ein Museum
Zudem stärkt ein solcher Austausch langfristig das Umweltbewusstsein. Wer ökologische Herausforderungen selbst gesehen, diskutiert und mit Menschen vor Ort reflektiert hat, entwickelt oft ein nachhaltigeres Handeln im eigenen Alltag. Der Austausch zeigte eindrucksvoll, dass globale Umweltprobleme nur gemeinsam und im internationalen Dialog verstanden und gelöst werden können.
Der Erasmus+-Austausch nach Guadeloupe war damit weit mehr als eine Reise: Für die SchülerInnen war er eine intensive Lern- und Lebenserfahrung, die kulturelle Offenheit, fachliches Wissen und persönliche Entwicklung gleichermaßen gefördert hat – und die bei allen Beteiligten noch lange nachwirken wird.



































