Vom Klassenzimmer per Videochat in ein molekularbiologisches Labor nach Schweden

In den Biologie-Kursen der Oberstufe lernt man eine Menge über Zellen, ihre Bestandteile, das Erbgut (die DNA), über Proteine und wie all diese Komponenten zusammen spielen und dabei die Prozesse des Lebens hervorbringen. Doch woher weiß man all diese Dinge? Wie erforscht man sie und wer macht so etwas?

Die Schülerinnen und Schüler des zweistündigen Biokurses von Herrn Kalt sowie einige Gäste aus den vierstündigen Kursen hatten neulich die Gelegenheit, das genauer zu erfahren. Während des Unterrichts waren sie per Videoschaltung mit einer jungen Forscherin an der Universität Uppsala in Schweden verbunden, die ihnen zunächst das molekularbiologische Labor zeigte und von über ihrer Forschung, vom Biologiestudium und von vielen weiteren Themen rund um die Biologie erzählte. Dazwischen konnten die Schüler/innen ihre eigenen Fragen loswerden und Antworten erhalten.

Die junge Forscherin war niemand anderer als Laura Lehmann, die aus Zienken stammt und 2011 am KGN ihr Abitur gemacht hat. Anschließend hatte sie zunächst Biologie in Hohenheim studiert und war dann nach dem Bachelor-Abschluss für das Master-Studium nach Uppsala gegangen. Nachdem sie vergangenen Sommer erfolgreich den Master abgelegt hat, arbeitet Sie nun für ihre Promotion daran, ein bestimmtes Protein zu modellieren, d.h. seine Struktur zu verstehen, so dass man später mehr darüber herausfinden kann, wie es genau funktioniert.

Das Videobild wurde per Beamer an die Wand projiziert, Laura konnte die Schüler/innen mit Hilfe der Webcam des aufgestellten Laptops sehen.

Der Austausch war sehr spannend und klappte auch technisch recht gut. Zwar brach die Videoverbindung einige Mal ab, konnte aber immer wieder aufgebaut werden, so dass es außer einiger kurzer Pausen keine größeren Probleme gab.

Hier einige Antworten der Neuenburger Schüler/innen auf die Frage, was sie an dem Video-Chat besonders interessant fanden:

… Darüber hinaus fand ich es auch gut, dass wir nicht nur über die Proteine gesprochen haben sondern auch über das außen rum, also wie das mit einer Doktorarbeit schreiben aussieht, wie es den Alltag bestimmt, …

Sehr interessant war, dass sie Einblicke in Ihr Leben gegeben hat. Außerdem fand ich es beeindruckend, wie viel Sie schon seit ihrem Abitur erreicht hat und das ihre Arbeit später mal Leben retten könnte.

Obwohl in dem Labor spektakuläre Sachen gemacht/geforscht werden, sieht das Labor eher unscheinbar aus

Man konnte das Labor sehen und sie hat es super erklärt

die Erzählungen über den Alltag und die Zeiteinteilung eines Studenten

Besonders interessant fand ich die allgemeinen Äußerungen zum Studium, da das bei uns ja kurz bevorsteht und man sich doch einige Gedanken macht. Auch spannend fand ich, dass sie tatsächlich monate-/jahrelang an einem Protein in einem Labor forscht und Spaß daran findet!

So gewannen die Schüler/innen in den neuzig Minuten vielfältige fachliche Einblicke, aber auch Informationen darüber, wie der Alltag eines naturwissenschaftlichen Studiums aussieht, welche Hürden es gibt, was beim Forschen mit Bakterien und Proteinen alles schief gehen kann (eine Menge!) und dass man sich davon nicht abschrecken lassen sollte.

Ein herzliches Dankeschön geht an Laura Lehmann, die sich die Zeit genommen hat, uns Rede und Antwort zu stehen!

Andreas Kalt

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