Theateraufführung Semikolon

Semikolon; zwischen gestern und morgen

Bericht von Theresa Nafz, Mitglied des Ensembles

„Abschied nehmen ist oft nicht leicht…“, dies wurde am Donnerstag den 1. März 2018 allen Zuschauern in der Aula des KGNs klar. Unter der Überschrift „Semikolon; zwischen gestern und morgen“ gingen um 20:00 Uhr die Scheinwerfer an und beleuchteten die Bühne für die Schüler des Literatur-und-Theater-Kurses der Kursstufe I und II. In langen Proben und viel Vorarbeit erstellte die Gruppe einzelne Szenen und verknüpfte diese zu einer Collage rund um das Thema „Abschied“. Diese enthielt zum einen klassische, literarische Werke wie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare oder auch Szenen von Bertolt Brecht und Hermann Hesse, zum anderen aber auch einige von den Schülern selbst verfasste Texte.

Da in wenigen Wochen das Abitur beginnt, war dies auch der Abschluss für die Schüler der zwölften Klasse, denen dadurch das Ende der Schulzeit noch näher vorkam. Das ganze Stück über war der Abschied zum Greifen nah, wobei sich die Szenen nicht nur um die Schule, sondern auch um viele andere Arten des Abschieds drehten.

Durch die Präsentation zog sich wortwörtlich ein „roter Faden“, welcher in Form von roten Requisiten eingebaut wurde, die auf der sonst schwarz gestalteten Bühne und der Kleidung deutlich hervortraten. Zu Beginn der Aufführung verwandelten sich die Schüler in ihre speziellen Figuren, welche immer ein rotes Detail bei sich trugen. Zum Ende waren die Schüler wieder sie selbst, ohne  rote Requisiten , bevor sie das Schulhaus verließen. Insgesamt entstand so aus den einzelnen Szenen ein in sich geschlossenes Stück, welches mit viel Applaus für alle Beteiligten endete. Die Rückmeldungen zu diesem Abschlussstück waren durchgehend positiv.

Die Schüler der Kursstufe II lassen nun also das „Gestern“ der Schulzeit hinter sich und gehen in das „Morgen“ der Zukunft, wobei ihnen der Abschied mit Sicherheit nicht leicht fällt.

Im Rückblick haben sich die anstrengenden und langen Proben also sehr gelohnt und wir alle, Schüler und Lehrer, waren sehr stolz auf dieses Abschlussstück.

Wir stehen alle immer zwischen gestern und morgen; wie ein Semikolon mitten im Satz steht und wir denken an die schöne Vergangenheit, aber freuen und auch auf die Zukunft.

Semikolon Aufführung


Rezension der Aufführung von Tufan Demirkesen

„Du bist für mich gestorben!“ und „Du wirst mir fehlen!“, das zeigt emotional und deutlich die verschiedenen Arten des Abschiednehmens im Theaterstück „Semikolon“ der Kursstufen I und II vom 1.März.2018 in der Aula des Kreisgymnasiums Neuenburg. Abschied ist ein sehr aktuelles Thema und das wird auch so bleiben. Man verabschiedet sich täglich, sei es von Freunden, die wegziehen, sei es von Menschen, die ihre letzte Ruhe finden oder von Gedanken, die verloren gehen.

Bei diesem Theaterstück sind einzelne Darsteller besonders aufgefallen – u.a. Kathrin Pauer, Anna Kaufmann und Merlin Kirschner. Kathrin spielte die Hauptfigur und führte wie ein roter Faden durch das Geschehen, Anna verkörpert die Julia aus Shakespears Tragödie „Romeo und Julia“, zusammen mit Kassandra Lippe als Romeo. Merlin präsentierte den prominenten Ex-Kumpel. In all diesen Szenen zeigte sich, dass Abschied sowohl eine schmerzhafte Trennung ist, aber auch die Möglichkeit für einen Neuanfang sein kann. Diese Themen sprechen Jugendliche und Erwachsene in vielen Lebensphasen an. Die zentrale Intention verfolgte die Absicht, sich in die Personen hinein zu versetzen und über dies nachzudenken.

Entsprechend der Themen war die Aufführung in mehrere Szenen unterteilt, welche durch eine Figur verknüpft wurden. Das Thema des „roten Fadens“ verwirklichten die Schüler wortwörtlich, indem jede Figur ein rotes Accessoire zum Einsatz brachte.


Fotos zum Artikel (KGN Zugangsdaten erforderlich)


Die inhaltliche Gesamthandlung war glaubwürdig, da die Schüler der Schultheatergruppe Szenen gespielt haben, die auf ihre Erlebnisse zurückgehen. Allerdings traten während des Stückes Irritationen auf, da die Handlungen nicht immer ganz verständlich waren. Das lag an der Unterschiedlichkeit der persönlichen Erlebnisse. Dennoch verfehlte der ganze Abend seine Wirkung nicht, weil die Schauspieler ihre Rollen sehr authentisch und ausdrucksstark spielten und das Zusammenspiel der Charaktere schlüssig und nachvollziehbar war. Das ist besonders auffällig, in einzelnen, durchaus emotionalen, Momenten.

Die melancholische Musik trug die Idee des Abschieds mit. Überzeugend war auch die Öffnung der Bühne in den Zuschauerraum. Das konzentrierte Spiel der Schüler sorgte für die besondere Atmosphäre, die sowohl die Ergriffenheit der Zuschauer als auch die gelungene Leistung der Darsteller zeigte.

Das tatsächlich Beeindruckende für mich war aber letztendlich an diesem Abend, dass mich meine Mitschüler mit ihrem ehrlichen und ausdrucksstarken Spiel wirklich sehr berührt haben.

Semikolon Aufführung