Ausgefüllte Tage in Madrid

Auch dieses Jahr flogen Ende April unsere Spanier aus den 9. Klassen voller Erwartung in Begleitung von Frau Wittmann und Frau Calderón für 11 Tage nach Madrid. 25 KGNler waren es dieses Mal, die die Gastfreundschaft der spanischen Familien genießen durften.

Das anfänglich noch laue Gefühl im Magen, das während der überschwänglichen Begrüßung durch die Spanier bei vielen noch vorherrschte, wurde beim Essen leckerer tortillas und tapas mit den netten Gastgebern bald zum Schmelzen gebracht . Viel Kultur durften unsere Schüler konsumieren, denn Madrid birgt nicht nur interessante Orte und Museen, wie den Prado oder Palacio Real, sondern liegt darüber hinaus auch strategisch sehr günstig in der Nähe vieler interessanter historischer Stätten. So machten wir auch einige Ausflüge in die Umgebung Madrids, die mit Sorgfalt von unserer Partnerschule organisiert worden waren: nach Segovia, zu einem der größten Aquädukte Europas, wo auch ein mittelalterlicher Alcázar zu besichtigen war, die Residenz der alten Könige Spaniens; nach Toledo, der Stadt, wo einst drei Weltreligionen friedlich nebeneinander lebten, und wo herrliche Synagogen, als auch alte Moscheen zu sehen sind, in welche man katholische Kapellen hineingesetzt hat. Auf Wunsch unserer Lehrerin hin, fuhren wir auch zu dem umstrittenen Grab Francos, dem Diktator Spaniens, der sich noch zu Lebzeiten ein Mausoleum von 30 000 Zwangsarbeitern errichten ließ, bei dessen Bauarbeiten viele umkamen und dort unter ihrem Peiniger begraben sind. Vor Ort mussten wir erfahren, dass dort auch der Großvater des Lehrers anonym begraben liegt, der uns dorthin begleitete. Dessen Erzählungen und den Berichten zweier Schülerinnen, die den Mut hatten, über ihre Urgroßeltern zu erzählen, die ebenso Opfer des Spanischen Bürgerkriegs wurden, lauschten unsere Schüler gebannt.

 

Ein längerer Ausflug führte uns auch hinaus aufs campo: Zwei Tage durften die Schüler mit ihren spanischen Partnern in einem von unserer Partnerschule geführten Internat auf dem Land verbringen, wo sie von scouts der dortigen Forstschule in Kleingruppen durch den Wald geführt wurden. Tagsüber lernten sie die interessante Flora und Fauna kennen (unter anderem eine vom Aussterben bedrohte Geierart), nachts, dagegen, die nie versiegende Energie der SpanierInnen, die unsere deutschen Schüler erst spät in der Nacht einschlafen ließen.

Fotos zum Artikel (KGN Zugangsdaten erforderlich)

Beim Abschied flossen wie jedes Jahr einige Tränen. Mancher unserer ehemaligen Schüler haben den Kontakt zu Madrid gehalten und dadurch ihr Spanisch perfektioniert. Wollen wir hoffen, dass sich auch dieses Mal bleibende Freundschaften gebildet haben, die in der Zukunft gepflegt werden. Doch das liegt nun in euren Händen!